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Architecture Decision Record

ADR: Festnetz und 5G als überwachte Standortredundanz

Entscheidungsrahmen für carrier-diverse Festnetz- und 5G-Redundanz mit Monitoring, Failover-Regeln, Tests und klaren Einschränkungen.

Autor: Stefan, IT-ArchitektAktualisiert: 2026-06-09

Kernaussage

Anexum kombiniert Festnetz und 5G nur dann als Redundanz, wenn beide Pfade technisch und kommerziell getrennt bewertet, laufend überwacht und regelmäßig getestet werden. Die Architektur priorisiert kontrollierte Wiederherstellung vor pauschalen Zero-Downtime-Versprechen und dokumentiert Abhängigkeiten von Carrier, Router, IP-Design und Anwendung.

Welches Problem wird entschieden?

Ein Standort benötigt einen zweiten Zugangspfad, der bei Ausfall oder starker Degradation des Primärpfads nutzbar bleibt. Die Entscheidung umfasst Zugangstechnologie, Carrier, Router, SIM, IP-Adressierung, erlaubten Datenverkehr, Monitoring, Eskalation und Testverfahren.

Welche Entscheidung wurde getroffen?

Der bevorzugte Aufbau nutzt einen Festnetz-Primärpfad und einen LTE/5G-Backup-Pfad über einen getrennten Carrier, sofern lokale Netzabdeckung und gemeinsame Vorleistungen keine relevante Korrelation erzeugen. Beide Pfade werden als eigenständige Services inventarisiert und überwacht.

Warum reicht ein zweiter Vertrag nicht aus?

Zwei Verträge können dieselbe Vorleistung, denselben Gebäudeeintritt, dieselbe Stromversorgung oder denselben Router nutzen. Redundanz wird deshalb auf physische, logische, kommerzielle und operative Abhängigkeiten geprüft statt nur anhand unterschiedlicher Providernamen bewertet.

Welche Messwerte sind erforderlich?

Mindestens erforderlich sind Erreichbarkeit, Latenz, Jitter, Paketverlust, Signalqualität, Router-Zustand, aktiver WAN-Pfad und Zeitpunkt des letzten erfolgreichen Tests. Bandbreite und Datenverbrauch werden ergänzt, wenn der Backup-Tarif oder die Anwendung dies erfordert.

Wie werden Failover-Regeln definiert?

Kritische Anwendungen, DNS, VPN, Voice, Fernzugriff und große Datentransfers werden getrennt betrachtet. Der Backup-Pfad kann den gesamten Verkehr übernehmen oder auf priorisierte Dienste begrenzt werden. Die Entscheidung wird pro Standort dokumentiert.

Wie wird getestet?

Ein geplanter Test trennt den Primärpfad kontrolliert, prüft Umschaltung, Namensauflösung, VPN, kritische Anwendungen, Rückschaltung und Alarmierung. Ergebnis, Abweichungen und Folgemaßnahmen werden mit Zeitstempeln dokumentiert.

Welche Grenzen bleiben bestehen?

Mobilfunk kann durch Funkzelle, Gebäude, Stromversorgung, CGNAT, Tarif, Wetter oder regionale Störungen beeinträchtigt werden. Session-Erhalt, statische IP und unterbrechungsfreie Umschaltung werden nur zugesagt, wenn Architektur und Anwendung dies nachweislich unterstützen.

Wann wird die Entscheidung neu bewertet?

Eine Neubewertung erfolgt bei Carrier-Wechsel, Router- oder Firmware-Wechsel, Standortumbau, neuer kritischer Anwendung, verändertem Datenvolumen, wiederholtem Testfehler oder relevanter Änderung der lokalen Netzabdeckung.

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